„Jeder Mensch kann irren“, das wusste schon der römische Politiker Cicero. Diesen Teil seines Zitats kennen viele, das komplette nur die Wenigsten. So fügte er sinngemäß hinzu, dass „nur Dummköpfe im Irrtum verharren“. Es war also schon sehr früh klar, dass Fehler zu machen menschlich ist. Aus ihnen zu lernen, ist entscheidend. Fehler sind demnach Lernhinweise!

Doch zunächst: Was genau ist ein Fehler eigentlich? Ein schneller Rechercheblick ins Internet beschreibt unter Fehler etwas, „was vom Richtigen abweicht“, sozusagen als „Nichterfüllung einer Anforderung“.

Es muss demnach einen Referenzwert geben, der beschreibt, was eine richtige Anforderung ist, von der nicht abgewichen werden darf, sonst: Fehler! Nun, in einem Unternehmen gibt es viele Regeln, Normen und Vereinbarungen, die als Referenzwerte verstanden werden können, und deren Übertretung, ob bewusst oder unbewusst, eine Abweichung von diesen Anforderungen ist. Klingt irgendwie bürokratisch, doch: ohne Regeln geht es nicht, wenn Menschen miteinander arbeiten sollen. Andernfalls herrscht Anarchie.

Auf der Suche nach einer guten Fehlerkultur ist es nicht nur wichtig zu wissen, was ein Fehler ist, sondern auch was das Gegenteil davon ist.  Auch hier lohnt ein Blick ins Internet. Wikipedia bietet als Ergebnis: „Erfolg“, „Lob“ und „Stärke“ an. Das heißt also, wenn jemand nicht fehlerhaft, sondern im Gegenteil erfolgreich arbeiten soll, dann braucht es vor allem eines: Lob und Stärke.

Ihr Unternehmen profitiert von einer positiven Fehler- und Lernkultur

Lob setzt Feedback von Menschen voraus, die die Mitarbeitenden bei ihrer Arbeit wahrnehmen. Die sehen, was für das Unternehmen erledigt wird. Die zuhören, wenn Menschen etwas über und für das Unternehmen zu sagen haben. Menschen, die ein Gefühl dafür entwickeln, wie es den Mitarbeitenden im Unternehmen geht. Das klingt schon sehr nach dem, was eine gute und positiv verstandene Fehlerkultur sein und leisten kann für ein Unternehmen.

Bliebe noch die Stärke. Mitarbeitende sind immer dann richtig und wirksam eingesetzt, wenn sie ihre Stärken einbringen können. Wenn sie das, was sie mit Hingabe und Leidenschaft tun, auch in ihrer Arbeit umsetzen dürfen. Wenn es das Unternehmen also schafft, eine Win-Win-Situation herzustellen zwischen den Unternehmenserwartungen und den Maßnahmen, die den Mitarbeitenden selbst weiterbringen, dann sind sie auf dem richtigen Weg zu einer guten Unternehmenskultur.

Loben und Stärken sind, wenn sie dem oben gesponnenen Faden mitgehen wollen, folglich eine gute Ausgangssituation, um eine positive Fehlerkultur zu entwickeln und das Unternehmen und die Belegschaft erfolgreich zu machen.

Eine positive Fehlerkultur ist das Ergebnis gelebter Wertschätzung

Wer die Erfahrung macht, aufgrund von Fehlern abgestraft zu werden, der wird alles versuchen, diese künftig zu vertuschen. Das ist gerade für die Sicherheit in einem Unternehmen problematisch, sind es doch gerade die Beinaheunfälle, die, sollten diese erkannt, analysiert und daraus gelernt werden, Unfälle sehr wirksam verhindern. Aus denen wertvolle Informationen für die Beurteilung der Gefahren am Arbeitsplatz abgeleitet werden können. Wer hingegen lernt, das Fehler zu machen okay ist, das Fehler nicht abgestraft, sondern als Lernimpulse verstanden werden, dann ist der Boden für ein Zusammenleben bereitet, das als positive Fehlerkultur bezeichnet werden kann.

Fehler belasten Menschen. Nicht nur dann, wenn sie diese selber bemerken, sondern insbesondere in dem Moment, wenn sie darauf angesprochen werden. Eine positive Fehlerkultur hilft also auch, Belastungen im Unternehmen abzubauen. Wer in einem Unternehmen gefördert und gefordert wird, wer gelobt und gestärkt wird, wer lernt, dass Fehler als Lernimpulse verstanden und behandelt werden, das jeder Einzelne für eine gute Unternehmenskultur wichtig ist, erfährt ein wertschätzendes Miteinander, für die er gerne zur Arbeit kommt.

Diese Kultur zu erreichen ist Aufgabe aller Beteiligten im Unternehmen. Eine Aufgabe, die es anzupacken lohnt. Profitieren doch letztlich alle von einer Kultur, die zu mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit führt.